Marschland, was ist das?

Autorin: Carina Bruun, Gärtnerin und Wissensvermittlerin bei Naturkraft

 

Kolumbus hat Amerika entdeckt, und Sie können bei uns das „Marschland“ entdecken – oder auch einfach „die Marsch“. Das ist ein Naturraum, der seine ganz eigenen Naturkräfte entfaltet. Dieses Naturgebiet zeichnet sich dadurch aus, dass es sich zwischen dem Flachwasserbereich und dem Festland befindet, weshalb es regelmäßig mit Wasser – und an gewissen Stellen auch mit Salzwasser – überschwemmt wird.

Bei Naturkraft wachsen im Marschland sowohl Gräser, Stauden als auch Erlengestrüpp, also Pflanzen, die den periodisch vorkommenden Überschwemmungen des Gebiets standhalten. Die Überschwemmungen werden im Zusammenspiel mit unseren Wasserläufen inszeniert, mit denen wir die natürlichen Abläufe durch abwechselnde Trocken- und Überschwemmungsphasen nachahmen.

Pflanzen in der Marsch

Wir können jedoch nicht alles neu erschaffen, wie es ursprünglich einmal war. Die Marsch wurde nämlich früher als Weideland für Tiere genutzt. In unserer neu erschaffenen Variante der Marschlandschaft ist es daher notwendig, dass wir das Gebiet regelmäßig mähen. Das wird gemacht, um den offenen Charakter der Landschaft zu bewahren, und um Insekten und Vögeln einen Lebensraum zu bieten.

Natürlich stellt dies in dieser Art von Naturraum einige Anforderungen an die Bepflanzung. Viele Pflanzenarten würden nämlich eine länger andauernde Überschwemmung nicht überstehen. Das bedeutet, dass in der Natur eine natürliche Ausdünnung der Flora erfolgt, bei der nur die stärksten und anpassungsfähigsten Pflanzen überleben.

Widerstandsfähige Bäume und Büsche

Es ist kein Zufall, dass bei den Bäumen die Wahl auf die Familie der Birkengewächse fiel. Diese haben nämlich die geforderten Eigenschaften. Selbstverständlich ist hier die Rede von der Rot-Erle und der Hänge-Birke.

Viburnum opulus, der Gewöhnliche Schneeball, ist ein Busch, der das ganze Jahr über schön anzusehen ist – im Frühling wartet er mit weißen Blütenständen auf, im Herbst trägt er rote Beeren. Allerdings sind die Beeren sehr sauer und giftig. Deshalb überlassen wir diese Beeren den Vögeln, insbesondere den Seidenschwänzen. Man kann beobachten, dass der Busch bis weit in die Saison hinein Beeren trägt, bis im Großen und Ganzen keine anderen Futterquellen mehr verfügbar sind. Dann nehmen sich die Vögel der sauren Beeren an. Es ist nichts Außergewöhnliches, dass die Vögel die Samen der beerenähnlichen Früchte wieder ausspucken. Auf diese Weise verbreitet sich der Busch und kann an einem anderen Ort an der Entstehung neuen Lebens mitwirken.

Insektenmagnet

Hier sind jedoch nicht nur große Bäume und Büsche zu finden. Der Naturraum bietet auch auf Erdniveau eine Vielfalt an Lebensformen. Dort gedeihen sowohl verschiedene Gräserarten, Farnkräuter als auch mehrere Arten von Stauden, zum Beispiel der Gewöhnliche Blutweiderich oder das Lungenkraut.

Der Gewöhnliche Blutweiderich ist ein Insektenmagnet und sorgt dafür, dass jede Menge Leben entsteht. Vom Schmetterling bis zur Schwebfliege, alles fliegt vorbei. Es handelt sich dabei um eine halbhohe Staude, die mit der Zeit zu einem „Mini-Busch“ heranwachsen kann. Wenn man in seinem Garten einen etwas feuchteren Bereich hat, ist das ebenfalls eine Pflanze, die man dort gut anpflanzen kann.

Verwendung als Arzneikraut

In dieser Landschaft ist zudem das Lungenkraut anzutreffen, das in „freier Wildbahn“ in Gestrüppen und an Lichtungen in Laubwäldern vorkommt. Bei Naturkraft kann man es in der Marschlandschaft erleben, wo diese an den niedrigen Kriechwald grenzt.

Es ist eine der Pflanzen, die auch dann sehr interessant sind, wenn sie gerade nicht blühen. Ab dem zeitigen Frühjahr bietet es mit seinen weißgefleckten Blättern ein aufsehenerregendes Erscheinungsbild. Im Mittelalter wurde die Pflanze als Mittel gegen Lungenkrankheiten und als Hustenmedizin eingesetzt. Darüber hinaus enthält die Pflanze auch Stoffe, die wundheilend wirken können.

Die magische Tierwelt

Es geschieht etwas ganz und gar Magisches, wenn ein Stück Natur auf Wasser trifft. Denn dann beginnt das große Kribbeln und Krabbeln. In den vergangenen Monaten haben viele unterschiedliche fliegende Gäste vorbeigeschaut, und glücklicherweise kann man immer noch Libellen, Wasserkäfer und wunderschöne Schmetterlinge erleben.

Ein kleiner Abstecher zum Wasser genügt und es zieht einen magisch in seinen Bann. Probieren Sie doch einmal aus, was Sie alles mit der Handykamera festhalten können, und teilen Sie das gerne mit uns. Sie können uns auf Instagram mit „Naturkraft_erleben“ (oplev_Naturkraft) taggen.

Ich habe viele unterschiedliche Tiere mit der Kamera eingefangen. Nicht alle waren mir vorher bekannt. Sehen Sie, was ich unter anderem im Marschland entdeckt habe.

 

 

Sieh alle einträge

Naturkraft-logo

Vestjysk Bank logo

 

 

Kontakt

Kontaktier uns

 

 

Finde den Weg

Naturparken 10
6950 Ringkøbing

T: +45 69 16 11 62
M: info@naturkraft.dk

 

 

Datenschutz bei Naturkraft

Bei Naturkraft respektieren und priorisieren wir dein Recht auf dein Privatleben mit Grundlage der europäischen General Data Protection (GDPR).
Mit Grundlage der GDPR möchten wir dir gerne erklären, wie wir deine persönliche Daten sammeln und aufbewahren.

 

Link til Facebook Link til Instagram Link til LinkedIn