Deshalb weht der Wind immer von Westen

Autor: Jesper Theilgaard, Klimaexperte und Naturkraft-Botschafter

Wer Westjütland besucht, kann nicht umhin, die Neigung der Bäume nach Osten zu bemerken. Während ihres Wachstums sind die Bäume dem ständigen Westwind ausgesetzt. Es gibt natürlich auch andere Windrichtungen, aber Wind aus dem Westen ist bei Weitem am häufigsten.

In den Lehrbüchern für Geografie können wir nachlesen, dass wir uns in der Westwindzone befinden. Sie ist als das Gebiet zwischen dem 30. und 60. Breitengrad nördlich (oder südlich auf der südlichen Hemisphäre) definiert. Das der Westwind hier vorherrscht, ist also nicht ungewöhnlich und wir sind auch nicht der einzige Ort, an dem dies der Fall ist.
Die Westwindzone entsteht durch die allgemeine Verteilung des Luftdrucks – es geht also eigentlich darum, wo die Hoch- und Tiefdruckgebiete sind. Es sind diese Druckunterschiede, die dazu führen, dass sich die Luft bewegt, und somit sind die Druckunterschiede die Ursache des Windes.

Druckgradientkraft und Corioliskraft

Die Natur versucht immer, ein Gleichgewicht zu finden. Druckunterschiede stellen ein Ungleichgewicht dar, dass die Natur berichtigen will. Dies geschieht, indem Hochdruckluftmassen hin zu Tiefdruckluftmassen fließen. Die Kraft, die dies ermöglicht, wird als Druckgradientkraft bezeichnet. Je größer die Druckunterschiede, desto größer die Kraft – und desto stärker weht der Wind. Wenn es möglich wäre, die Druckdifferenzen vollständig auszugleichen, würde der Wind aufhören zu wehen. Da er aber immer weht, müssen hier noch andere Kräfte am Werk sein.

In diesem Zusammenhang ist die sogenannte Corioliskraft die wichtigste Kraft. Sie entsteht, weil sich die Erde um die eigene Achse dreht. Diese Rotation bedeutet, dass jede Bewegung in der nördlichen Hemisphäre nach rechts abgelenkt wird.

Die Wechselwirkung zwischen den Kräften

Mit anderen Worten, wir haben jetzt eine Wechselwirkung zwischen zwei Kräften: der Druckgradientenkraft und der Corioliskraft. Wie bereits erwähnt, wird die Natur ein Gleichgewicht anstreben, und das bedeutet, dass sich die beiden Kräfte gegenseitig aufheben müssen. Betrachten wir daher zunächst die allgemeine Druckverteilung, die durch das generelle Zirkulationsmuster der Atmosphäre erzeugt wird. Hier sehen wir, dass Hochdruck bei 30 Grad Nord und Tiefdruck bei 60 Grad Nord normal ist. Dies bedeutet: Wenn die Druckgradientenkraft Luft von einem Hochdruckgebiet zu einem Tiefdruckgebiet sendet, strömt die Luft von 30 Grad Nord zu 60 Grad Nord. Diese Luftmassenverschiebung ist ebenfalls der Corioliskraft ausgesetzt, die die nach Norden fließende Strömung nach rechts ablenkt, sodass sich die Luft von Westen nach Osten bewegt – und so entsteht der Westwind.

Solange die Tiefdruckgebiete sich nördlich von Dänemark befinden, ist Westwind deshalb die vorherrschende Windrichtung. Es gibt dafür auch eine Faustregel: Wenn man den Wind im Rücken hat, befindet sich das Tiefdruckgebiet links. Diese Regel gilt auf der nördlichen Halbkugel – auf der südlichen ist es nämlich umgekehrt.

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